Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger übergab zwei Förderbescheide in Höhe von insgesamt 30 Millionen Euro für die Forschung an generativen KI-Modellen auf dem Gebiet der digitalen Signalverarbeitung und die hierfür notwendige KI-Rechnerinfrastruktur.
Die Mittel kommen drei am Projekt beteiligten bayerischen Fraunhofer-Instituten zugute. Unter der Leitung des Fraunhofer IIS werden gemeinsam neue KI-Lösungen entwickelt. Die dafür notwendigen Rechenressourcen werden im Rahmen des Projekts am Zentrum für Nationales Hochleistungsrechnen (NHR@FAU) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) aufgebaut und betrieben.
Generative KI gilt als das vielversprechendste Feld innerhalb der Künstlichen Intelligenz und birgt enormes Potenzial für innovative Anwendungen. Um die Leistungsfähigkeit dieser Technologie voll auszuschöpfen und der bayerischen Wirtschaft zugänglich zu machen, ist umfassende Forschung erforderlich. Europa darf dabei nicht den Anschluss an China oder die USA verlieren.
Das vom 1.1.2025 bis 31.12.2028 laufende Projekt »DSgenAI« (Digitale Signalverarbeitung mittels generativer Künstlicher Intelligenz) wird von Dr. Frederik Nagel am Fraunhofer IIS geleitet und fokussiert sich auf Anwendungsgebiete wie Sprachmodelle, Sprach- und Audiocodecs sowie 6G-Mobilfunksysteme. Neben der Fördersumme in Höhe von 30 Millionen Euro investiert Fraunhofer zusätzliche 15 Millionen Euro aus Eigenmitteln. Mit dem Projektbudget von insgesamt 45 Millionen Euro ist es dem Team möglich, innovative Lösungen zu erforschen und zu implementieren, die die Wettbewerbsfähigkeit Bayerns, Deutschlands und Europas stärken. Prof. Dr.-Ing. Bernhard Grill, Institutsleiter am Fraunhofer IIS sagte dazu »Es ist von entscheidender Bedeutung, das Know-how im Bereich der Künstlichen Intelligenz hier in Deutschland voranzubringen. Wir kombinieren unser weltweit führendes Wissen auf mehreren Gebieten der digitalen Signalverarbeitung mit neuesten, generativen KI-Ansätzen, um unsere Spitzenposition in diesem Technologiefeld weiter auszubauen.«
Ein zentrales Anliegen des DSgenAI-Projekts ist die Entwicklung und Beherrschung von digitaler Signalverarbeitung mittels generativer KI, die auf selbst-entwickelten Modellen basiert und mit verifizierten Daten trainiert wird. Dafür haben sich drei bayerische Fraunhofer-Institute zusammengeschlossen, die führend in den dafür notwendigen Arbeitsgebieten sind. Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS – heute mit mehreren Technologien in sämtlichen Smartphones, Tablets und TV-Geräten der Welt vertreten – befasst sich insbesondere mit energieeffizienten Anwendungen von generativer KI auf mobilen Geräten. Damit sollen erhebliche Steigerungen der Leistungsfähigkeit von Sprach- und Audiotechnologien sowie 6G-Mobilfunkkommunikation erreicht werden.

Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) spielt eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung des Projekts. Durch die Förderung wird am Zentrum für Nationales Hochleistungsrechnen (NHR@FAU) moderne KI-Rechenpower in Form von über 300 GPUs der neuesten, energieeffizienten Generation von KI-Beschleunigern bereitgestellt. Damit kann das Training von großen Sprachmodellen mit acht Billionen Token in weniger als vier Wochen realisiert werden. Mit über 12.000 Terabyte Speicherkapazität können umfangreiche multimodale Trainingsdaten verarbeitet werden. Der Ausbau dieser Recheninfrastruktur wird mit einem Budget von 15 Millionen Euro unterstützt und zu 100% aus EU-Mitteln (EFRE) finanziert.
Die Übergabe des Förderbescheids fand am 24. März 2025 am Fraunhofer IIS in Erlangen statt.